Architektur

Ästhetischer Knoten

Der Entwurf für LU TWO orientiert sich an der Morphologie der bestehenden Stadtstruktur im Brennpunkt der drei Einfallsachsen Pilatusstrasse, Obergrundstrasse und Hallwilerweg. Während die Form des Pilatusplatzes bislang vor allem aus seiner Funktion als Verkehrsknotenpunkt resultiert, verleiht das neue Gebäude dem Ort durch die räumliche Begrenzung eine eigene markante Platzfigur.

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Architektonische Funktion

LU TWO wird integraler Bestandteil des Pilatusplatzes sein. Der zweiteilige, elfgeschossige Bau wächst aus der Randbebauung des Geviertes heraus, stellt dadurch die klassische Stadtstruktur der Gründerzeit wieder her und vervollständigt die bestehende Hofstruktur zur Innen- sowie die Platzsituation zur Aussenseite. Statt an der spitzwinkligen Ecke als turmartiges Einzelgebäude zu kulminieren, zeigt es sich als repräsentatives Doppelhaus, dessen ungewöhnliche, einzigartige konvex-konkave Front einen neuen, klar definierten, spannungsgeladenen Raum für städtisches Treiben eröffnet. Zugleich bietet es einen Rückzugsort, indem es die kleineren Fachwerkhäuser auf der platzabgewandten Seite schützend umarmt und ihnen einen neuen Sinn sowie räumliche Intimität verleiht. Alt und Neu gehen hier eine kontrastreiche Verbindung ein. Im Erdgeschoss ist eine Art Mikroquartier geplant mit einem einladenden gedeckten Vorplatz, einer Arkade hin zur Bushaltestelle sowie einer Passage, die in den historischen Hof führt. Allseitig ausgerichtete Laden- und Gewerbelokale, ein Kiosk sowie ein Restaurant beleben das Quartier.

Architektonische Form

Eine filigrane Skelettstruktur aus Kunststein und kräftigen Gurt- und Dachgesimsen bestimmt das bauliche Erscheinungsbild. Die Unterteilung des Volumens in der Höhe durch die Gesimse ist gewissermassen eine Widerspiegelung der Stadt und ihrer verschiedenen Nutzungsmöglichkeiten in gestapelter Form: Gewerbliche Nutzung, Büroflächen, Wohnraum. Jeweils drei Geschosse im Hauptvolumen sowie zwei Geschosse in den Attiken werden durch die Gesimse zusammengefasst und nach oben hin kaskadierend zurückgestaffelt. Grosszügige, mehrfeldige Fensterfronten über die Geschosse hinweg verleihen dem Gebäude eine elegante Ausstrahlung. Die Fassade in ihrer Gesamtheit unterstreicht den repräsentativen Charakter von LU TWO an seiner prominenten Lage im Stadtgefüge.

Freiraumgestaltung

Bewegungen können durch das Gebäude diffundieren. Durch ihre gleichzeitige Ausrichtung zum Strassen- wie zum Hofraum hin ermöglichen Ladenlokale sowie Restaurant Interaktionen von Innen- und Aussenraum. Im Schnittpunkt der Gebäudeachsen zum Pilatusplatz heisst ein gedeckter Vorplatz Neugierige willkommen und führt durch eine Passage in den dahinterliegenden Teil des Platzes. Auch die durchgehenden Belagsflächen weisen in den dreiseitig gefassten Hofraum. Die dort verbleibenden historischen Fachwerkhäuser werden – nicht zuletzt durch die umschmiegende Gebäudekante – zum wohltuend beruhigten Ort aufgewertet, welcher einlädt zu flanieren, zu verweilen, sich auf eine Erfrischung niederzulassen oder sich auf historische Spurensuche zu begeben. Das Gebäude Mühlebachweg 8 aus dem ausgehenden 17. Jahrhundert bleibt als historischer Zeitzeuge erhalten. Es soll zu einem Café umgestaltet und ein Begegnungsort für Quartierbewohnerschaft und Öffentlichkeit werden. Das denkmalgeschützte Gebäude Spitalmühle bleibt ebenso erhalten, um weiterhin die Musikschule der Stadt Luzern zu beherbergen.

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